Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau 2017

Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau 2017

Auch in diesem Jahr fuhren einige 10. Klässler wieder nach Auschwitz. Organisert wurde diese Fahrt von Frau Hegmann. Weiterhin begleiteten Herr Wanders und Frau Schroer die 5 tägige Fahrt.

Hier der Bericht eines Schülers: Nils Gürth, Schüler der Klasse 10c.

Ganz früh morgens trafen sich die Schüler an der Schule, um die Reise nach Polen anzutreten.

Um 4.20 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Dortmunder Flughafen, von da aus ging es mit dem Flieger weiter nach Katowice, Polen. Gegen 11.15 Uhr trafen wir in Oświęcim ein. Nach der Zimmerbelegung ging es in die Stadt. In der Synagoge trafen wir einen Guide, der uns eine Museumsausstellung und die Synagoge zeigte. Mit ihm gingen wir weiter durch die Kleinstadt zu einem jüdischen Friedhof.

Am nächsten Tag fuhren wir in das nur wenige Kilometer entfernte Stammlager Auschwitz I. Dort führte uns ein deutschsprachiger Guide über das Gelände. Angefangen beim Eingang mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ über verschiedene Ausstellungen, zum Leben im Lager, in alten Baracken, bis hin zur ersten provisorischen Gaskammer und dem Krematorium.

Am Nachmittag besuchten wir das Stammlager ein zweites Mal in Kleingruppen und gingen in verschiedene Länderausstellungen.

Am Abend gab es ebenso wie am nächsten Tag einen Tagesrückblick mit unseren Reiseleitern.

Am 3. Tag fuhren wir zum Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Vom Aussichtsturm über dem Eingangstor aus hatten wir einen Überblick über das unvorstellbar große Gelände. Unser Guide vom Vortag führte uns durch die Quarantäne- und die Sanitärbaracken, jeweils von Frauen, Kindern und Männern. Der Rundgang setzte sich an der Rampe fort, an der damals die ersten „Selektionen“ stattfanden, das heißt, es wurde nach der Ankunft der Menschen, die in Viehwaggons nach Auschwitz kamen, entschieden, wer sofort ermordet wurde und wer zunächst überleben durfte. Kinder und alte Leute hatten keine Chance, sie wurden direkt in die Gaskammern geschickt.

Am Ende der Gleise stand ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Dort legte jeder von uns eine Rose nieder und gedachte der Opfer einen Moment in Stille. Die letzten Punkte der Führung waren die Kanadabaracken, die Saunabaracken und die von den Nationalsozialisten zerstörten Krematorien. Durch die originale Erhaltung der Bauwerke und die Größe des Geländes konnten wir uns ansatzweise vorstellen, wie es damals ausgesehen haben muss.

Am Nachmittag besuchten wir dann eine Kunstausstellung im Keller eines Klosters. Die Ausstellung ist von einem ehemaligen Gefangenen gestaltet, der seine Ängste und Gefühle in beeindruckenden Bildern darstellte.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Krakau, wo wir die Altstadt mit ihren wichtigsten Merkmalen besichtigten. Am Abend aßen wir in einem jüdischen Restaurant. Zudem hatten wir die Gelegenheit, eine Zeitzeugin zu treffen. Die Dame war als Kind Versuchsopfer von Dr. Mengele.

Am Morgen des letzten Tages sahen wir abschließend das jüdische Viertel in Krakau, sowie die Schindler Fabrik. Nach der Besichtigung fuhren wir zum Flughafen Katowice. Gegen 20 Uhr kamen wir am Dienstagabend wieder an der Schule an.

Durch die Fahrt haben wir Schüler viele neue Erfahrungen gesammelt. Nicht nur im geschichtlichen Sinne, sondern auch fürs Leben. Wir haben dadurch einen anderen Blickwinkel auf viele Dinge, wie Gewalt, Rassismus oder Vorurteile bekommen.

Nils Gürth