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Deutsch als Zweitsprache

Die Lehrer, Schüler und Eltern brauchen individuelle Informationen und Begleitung zum Zweitsprachenerwerb Deutsch und über die Angebote zum muttersprachlichen Unterricht in Kleve.

Hilfestellungen können die Lehrer geben, die – wie die betroffenen Schüler –  Deutsch als Zweitsprache erlernten (Muttersprachliche Lehrer  F-NL-SPAN).

Es sind die folgenden Fälle zu unterscheiden:

  • Spracherwerb Deutsch in der Realschulzeit: DaF
  • Spracherwerb in der Vorschul- oder frühen Grundschulzeit: DaZ

Spracherwerb Deutsch in der Realschulzeit: DaF

Für den Spracherwerb „Deutsch als Fremdsprache“ sind die Muttersprache, das Alter, die Persönlichkeit des Schülers und das soziale Lernen in der Lerngruppe grundlegend. In welchem Umfang die Mitschüler (und deren Eltern) in Besonderheiten des Zweit-, Dritt- oder Viert-Sprachenerwerbs einzubeziehen sind, entscheiden der Schulleiter, der Beratungslehrer Zweitsprache D sowie der Klassenlehrer in Absprache.

Begünstigende Faktoren

Erfahrungen mit Schülern, die in zurückliegenden Jahren während der Realschulzeit die Fremdsprache Deutsch als einzelne in einer Regelklasse erlernten, weisen die folgenden begünstigenden Faktoren nach:

  • eine offene Kommunikationsbereitschaft des Schülers (und seiner Eltern),
  • deutlich erkennbarer Integrationswillen der Eltern,
  • ausgeprägtes „Sprachliches Baden“ in der Zweitsprache Deutsch über die Schulzeit hinaus im Freizeitbereich des Schülers (z.B. D als wesentliche TV-Sprache, Cliquen-Sprache oder im Sportverein)
  • die Einschulung in eine dem Alter entsprechende Lerngruppe,
  • die Notwendigkeit des Sprechens in der Zweitsprache Deutsch (d.h. keine Mitschüler mit gleicher Muttersprache bzw. Unterbinden des Sprechens in der Muttersprache während der Schulzeit),
  • der aktive Einbezug in den Unterricht durch alle Fachlehrer,
  • eine Beurteilung durch ein Wortzeugnis im ersten Schuljahr,
  • eine Entscheidung am Ende des ersten deutschen Schuljahres, ob das Jahr wiederholt wird oder eine pädagogische Versetzung (ohne Notenberücksichtigung) sinnvoll ist.

Bereits im zweiten Jahr in der Zweitsprache Deutsch können die Leistungen bei jüngeren Schülern der Klassenstufe 5/6 i.d.R. im Vergleich mit der Lerngruppe zielgleich (unter Berücksichtigung eines Nachteilsausgleiches wegen des Zweitsprachenerwerbs) beurteilt werden.

Eine besondere Beachtung des Herkunftssprachen-Hintergrundes ist bei komplexen sprachlichen Anforderungen in allen Fächern und im besonderen im Fach Deutsch auch in weiteren Jahren noch notwendig und ggfs. durch einen Nachteilsausgleich zu berücksichtigen.

Beim Fremdsprachenerwerb Englisch (Beginn in der Grundschule und Klasse 5 der Realschule) und Französisch / Niederländisch (ab Klasse 6 der Realschule) ist der Spachhintergrund der Herkunftssprache zu beachten (vgl. unten: Niederländisch als Zweite Fremdsprache der Realschule).

Hemmende Faktoren

In einzelnen Fällen gab es in zurückliegenden Jahren Erfahrungen, die ungünstige Faktoren für den erfolgreichen Spracherwerb DaZ  und das Erreichen des Bildungszieles Realschulabschluss deutlich werden ließen:

  • Bei Schülern, die zur Altersgruppe der regulären Klassenstufe 7/8 gehören, wird die pubertäre Entwicklungsphase der Persönlichkeit zu einem bedeutsamen Faktor. Weit entwickelte Schüler fühlten sich bei den „kleinen Mitschülern“ nicht wohl und wurden dadurch in ihrer Kommunikationsbereitschaft eingeschränkt.
  • Mit Zunahme der Möglichkeiten via Sateliten-TV, Internet und Smartphone einen großen Teil der Freizeit in der Muttersprache zu verbringen, werden „verschlossenere“ Schüler (und deren Eltern) in ihrer Kommunikationsbereitschaft stark gehemmt.
  • Bisweilen gab es Stolperstellen, die durch die Unkenntnis der Schüler (und deren Eltern) hervorgerufen wurden, die den Rhythmus des Schultages im Herkunftsland auf den Ablauf eines „deutschen Schultages“ übertrugen.

Spracherwerb Deutsch in der Vorschul- oder Grundschulzeit: DaZ

Eine besondere Beachtung des Zweitsprachen-Hintergrundes bei komplexen sprachlichen Anforderungen ist in allen Fächern und im besonderen im Fach Deutsch auch bei dieser Schülergruppe in der Sekundarstufe I noch notwendig und ggfs. durch einen Nachteilsausgleich zu berücksichtigen.

Niederländisch als Zweite Fremdsprache der Realschule

Beim Fremdsprachenerwerb Niederländisch (ab Klasse 6 der Realschule) ist der Spachhintergrund der Herkunftssprache besonders in den Blick zu nehmen, wenn Niederländisch die aktive Familiensprache ist. Die vorhandenen kommunikativen Sprachkompetenzen können je nach Schülerpersönlichkeit in die Sprachenwahl einbezogen werden: Erfahrungen zeigen, dass für die einen die Teilnahme an diesem NL-Unterricht und für andere die Möglichkeit mit Französisch eine weitere Fremdsprache zu erlernen eine Persönlichkeitsstärkung bewirkt.

 

Individuelle Förderangebote für Schüler mit DaZ

(mit Spracherwerb Deutsch in der Vorschul- o. Grundschulzeit)

Für diese Schüler, deren Anteil in den unterschiedlichen Klassenstufen zwischen 10% und 42%  (und für die KKRS insgesamt 27%) beträgt werden die folgenden Förderangebote organisiert:

  • Besondere Beachtung bei Leistungsbeurteilung und im Einzelfall Gewährung eines Nachteilsausgleiches: Ein notwendiger Nachteilsausgleich wird in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 auf Vorschlag der Klassenkonferenz gewährt. Die Entscheidung trifft der Schulleiter.
  • Der Deutschlehrer bespricht bei entsprechendem Förderbedarf besondere Aufgaben zur Erweiterung des Wortschatzes.
  • In einem besonderen Ergänzungsunterricht DaZ werden Schülern auf Vorschlag des Deutschlehrers nach einem Diagnosetest bei Bedarf notwendige Sprachgrundlagen vermittelt (wenn der Personalstand diesen FöU zulässt).
  • Für Schüler mit niederländischer Muttersprache werden besondere Empfehlungen ausgesprochen und den Schülern bzw. deren Eltern durch den Klassenlehrer vermittelt :
  • Als Zweitsprache ist in Klasse 6 i.d.R. zunächst Französisch zu wählen. Ein späterer Wechsel in den NL-Kurs ist möglich, wenn dies – in Absprache zwischen Schüler, Eltern und Lehrern – pädagogisch sinnvoll erscheint.
  • Auch in Klasse 7 sollte als Kursfach i.d.R. nicht Niederländisch gewählt werden. Ein späterer Wechsel in den NL-Kurs bleibt auch hier möglich, wenn dies – in Absprache zwischen allen Beteiligten – pädagogisch notwendig ist.

Den Erfolg dieser Fördermaßnahmen kann man u.a. quantitativ ablesen an den Abschlüssen dieser Schülergruppe mit DaZ am Ende der Realschulzeit sowie qualitativ an den Aufgaben, die diese Schüler in der KKRS übernehmen: Beide Schulsprecher dieses Schuljahres sprechen DaZ. Die verantwortlichen 10er-Tutoren des 9er-Ergänzungsunterrichts „Schülerzeitung Notenfrei“ sprechen ebenfalls DaZ. Vielfach wechselten Schüler mit DaZ nach der KKRS selbstbewusst und erfolgreich in gymnasiale Oberstufen.

Individuelle Förderangebote für Schüler mit DaF

(mit Spracherwerb Deutsch  in der Realschulzeit)

In jedem Jahr gab es in den letzten Jahren eine begrenzte Anzahl von Schülern ohne Deutschkenntnisse, die nach einem intensiven Beratungsgespräch durch den Schulleiter unter Einbezug von Hintergrundinformationen zum Schulsystem des Herkunftslandes (i.d.R. durch diejenigen Lehrer der KKRS mit DaZ) in die Klassen 5-8 der KKRS aufgenommen wurden. Es wurden i.d.R. pro Jahr ein bis drei solcher Aufnahmen ausgesprochen. Im Schuljahr 2014 / 2015 sind insgesamt sechs Schüler im ersten, zweiten oder dritten Jahr des  Fremdsprachenerwerbs Deutsch.

Für diese Schüler werden die folgenden Förderangebote organisiert

  • Der Klassenlehrer begleitet den einzelnen Schüler und dessen Eltern beim Übergang in die Besonderheiten des Schultages an der KKRS (Hausaufgaben, Mitteilungsheft, Bedeutung des „sprachlichen Badens“ in der Freizeit …)
  • Bei Bedarf nimmt der Schulleiter an den Entwicklungsgesprächen mit den Eltern teil.
  • Klare Vorgaben und Absprachen für Mitschüler in den Klassen, die ggfs. die Muttersprache des „Neuen“ sprechen, diese Sprache in der Schule nur im Einvernehmen mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer pädagogisch gezielt zu nutzen. Die Verkehrssprache im Unterricht der Schule ist allein Deutsch.
  • Der Deutschlehrer bespricht besondere Aufgaben zur Erweiterung des Wortschatzes.
  • Einen besonderen Förderunterricht DaF konnten wir in den letzten Jahren nur äußerst selten – wenn der Personalstand es zuließ – anbieten. Dieser individuelle Unterricht Deutsch-als-Fremdsprache wurde i.d.R. über einen begrenzten Zeitraum „ehrenamtlich“ durch Lehrer geleitet.
  • In einem besonderen Ergänzungsunterricht DaZ werden Schüler auf Vorschlag des Deutschlehrers nach einem Diagnosetest bei Bedarf notwendige Sprachgrundlagen vermittelt (,wenn der Personalstand diesen FöU zulässt).