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Fachräume

Fachraumsystem

Seit dem Schuljahr 1999, also seit Einzug in das Gebäude an der Lindenstraße, haben wir an unserer Schule das Fachraumsystem: Wenn normalerweise die Lehrerinnen und Lehrer zu jeder Stunde eine andere Klasse aufsuchen, so wechseln bei uns die SchülerInnen. Sie gehen jeweils zu dem Lehrer, bei dem sie Unterricht haben.

Warum ?

Zu der wegweisenden Änderung kam es, weil die Kollegen und Kolleginnen sich davon eine deutlich verbesserte Unterrichtsarbeit versprachen.

Die Gründe im Einzelnen waren:

Optimierung der Voraussetzungen für den Fachunterricht

  • Jedes Fach hat einen fachspezifischen Raum (nicht nur Sport, Musik, Kunst, Naturwissenschaften) mit allen Vorteilen für einen anregenden, organisatorisch und mediengestützten reibungslosen Unterricht.
  • Alle fachspezifischen Medien (audiovisuelle Medien, Internetzugang, Bildschirm, DVDs, OHP, Foliensätze, Übungshefte, usw.) sind vor Ort.
  • Materialien für die Freiarbeit können einsatzbereit gelagert werden.
  • Anregende fachspezifische Bilder an den Wänden stimmen auf das Fach ein.
  • Unterrichtsergebnisse und Merksätze können visualisiert werden und zeitnah ausgetauscht werden.
  • Schülerarbeiten werden in Anerkennung der Leistung präsentiert.
  • Dem Fach angepasste Sozialformen können ohne ständiges Umstellen des Mobiliars eingesetzt werden.
  • Vorhandene Büchersätze und Nachschlagewerke können den Zugriff auf ergänzenden Unterrichtsmaterialien erleichtern.
  • In einem abschließbaren Schrank lagern die Klassenarbeitshefte der Schüler griffbereit.

     

Wohlbefinden/Zugehörigkeitsgefühl

  • Die Schüler sind kürzere Zeiten unbeaufsichtigt und die Gelegenheiten für kleinere Neckereien und Streitereien verringern sich.
  • Die Schüler haben einen sogenannten Stammraum für Unterrichtszeiten (Projekte, Zeugnisausgabe, Klassenveranstaltungen, Elternpflegschaftsabende), in denen sie mit ihrem Klassenlehrer zusammen sind.
  • So können sie sich mit „ihrem Raum“ identifizieren.
  • Beim Fachraumprinzip haben die Schüler vormittags verschiedene Sitznachbarn, was von Vorteil sein kann.
  • Auch erleben sie verschiedene Sozialformen in der Anordnung der Sitzplätze.

    Bessere Pflege der Schulräume

  • Der verantwortliche Leiter des Fachraumes ist ein Fachkollege.
  • Die Fachräume sind vor und nach der Nutzung verschlossen. Die Schüler betreten den Raum ausschließlich zusammen mit der Lehrperson und verlassen diesen auch mit dem jeweiligen Lehrer. (Dadurch gibt es keine Zeiten, in denen die Schüler unbeaufsichtigt alleine im Raum sind).
  • Die Reparaturen an Schulmobiliar und Schulmaterial verringern sich. (Das Chaos in den Klassen bleibt aus.)
  • Die Schüler sind in den Wechselpausen zielstrebig von A nach B unterwegs, anstatt auf den nächsten Kollegen zu warten.
  • Die Taschen bleiben in den großen Pausen im Flur. Die Innenaufsicht (Lehrer und Schüler) achtet darauf, dass das Schülereigentum unangetastet bleibt.

     

Pro und Contra

Die Thematik „Raumwechsel, Laufen, Unruhe, Schülermassen in Bewegung, Chaos auf den Fluren, Schleppen von Büchertaschen u. ä .“ war in den Vorüberlegungen eines der gewichtigsten Argumente gegen die Einführung eines Raumsystems.

Aber die Einwände relativieren sich bei näherem Hinsehen:

Das „Chaos auf den Fluren“ ist ausgeblieben. Wir vermuten, dass die zielgerich- tete Bewegung zu einem neuen Ort hin der Unruhe bzw. dem befürchteten Chaos vorbeugt.
Die Zahl der Unfälle und Zerstörungen ist stark zurückgegangen. Das „Schleppen der Taschen“ ist eine Sorge vorrangig von Eltern jüngerer Kinder: Die schwere Schultasche wird leichter, wenn sie täglich neu für den Unterricht des nächsten Tages gepackt wird.

Bewährung

Nach einer Erfahrung von mehr als sechzehn Jahren lässt sich behaupten, dass sich das „Fachraumsystem“ in der Praxis unserer Schule bewährt hat. Neuralgische Punkte entstehen, wenn Schüler zu lange auf den Fluren ausharren müs- sen, was die verschiedensten Gründe haben kann. Der Klassensprecher ist gehalten, nach 5 Minuten ohne Lehrer im Sekretariat vorzusprechen.

 

Die greifbarsten Änderungen sind:

Anderer Unterricht ist nicht nur möglich geworden, sondern findet auch statt. Ein ganz markantes Beispiel dafür sind, Freiarbeit, Lerntheken, Projektarbeit u.Ä. Die Räume haben durch ihre „Ausrüstung“ und Ausgestaltung ein unverwechselbares Aussehen, eine bessere Atmosphäre bekommen und unterstützen dadurch u.a. anderen Unterricht, nicht zuletzt durch die schnellere Verfügbarkeit von Materialien.

 

Manchmal gibt es Zwänge:

In einzelnen Stunden kann das Fachraumprinzip aus unterschiedlichen Gründen nicht umgesetzt werden:

  • Wenn Unterricht aus schulorganisatorischer Sicht notwendigerweise parallel liegen muss, findet der Unterricht in „passenden“ anderen Fach- räumen statt.
  • Durch unsere Kooperationen sind bestimmte Kurse an feste Tage und Stunden gekoppelt.
  • Im laufenden Schuljahr sind erstmalig 25 Klassen im Gebäude zu unterrichten. Das ergibt neue Abhängigkeiten und die Notwendigkeit prakti- kabler Lösungen.