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Startklasse

In der Regionalkonferenz für den Nordkreis Kleve wurde im November der Bedarf an Seiteneinsteigerklassen thematisiert: Durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen wechseln immer mehr Schüler ohne Deutschkenntnisse in die Region Kleve. Dadurch scheint die Bildung von mehreren Seiteneinsteigerklassen in der Region notwendig zu werden.

Wir haben vor ca. 1 Jahr  eine StartKlasse mit einigen Jugendlichen im Alter von 14-16  gebildet,  die vorrangig aus dem Herkunftsland Afghanistan stammen. Anfangs  waren es insgesamt 12 Schüler, die die neue Klasse besuchten.

Sie begannen mit einem kleinen Stundenplan, der allmählich aufgestockt wurde.

Sie haben als Stammklasse den AW1-Raum. Ihre betreuende Lehrerin und erste Ansprechpartnerin ist Frau Scherschenewitz.

Zu ihren Aufgabenfeldern gehören:

  • die individuelle pädagogische Begleitung des zugeordneten Schülers in der Vorbereitungsklasse;
  • der Kontakt zu den Eltern des Schülers;
  • die Begleitung der gesamten Familie bei der Integration;
  • die Begleitung des Schülers beim Übergang in eine Regelklasse;
  • die Begleitung des Schülers in berufsvorbereitende Maßnahmen

 

Für die Pausen haben die Neuen jeweils einen Paten aus der Klassenstufe 10 zur Seite, der sie mit unseren Gewohnheiten vertraut macht.

In einzelnen Stunden werden einige von ihnen, sobald eine Beteiligung möglich und sinnvoll erscheint, am allgemeinen Unterricht einzelner Klassen teilnehmen (z.B. in Sport).

Für die Schüler dieser Klasse gelten die gleichen Haus- und Klassenregeln wie für alle anderen Schüler.Auch die Neuankömmlinge müssen unsere Schulregeln akzeptieren.

 

Unterricht in der Seiteneinsteigerklasse: Ankommen in Kleve und DaF im Unterricht der Seiteneinsteigerklasse steht das Ankommen in der Lebenswelt Kleve neben dem Spracherwerb Deutsch im Vordergrund.

Zu den Aufgabenfeldern „Ankommen in der Lebenswelt Kleve“, die von der Klassenleitung unterrichtet und begleitet werden sollten, gehören:

1. die Einführung in den hier üblichen Schulalltag und dessen lebenspraktischen Grundlagen sowie deren Anwendungen an außerschulischen Lernorte (z.B. Lesen des Stundenplanes oder Busfahrplanes, Anwendung der deutschen Sprache beim Einkauf u.ä.);

2. die Koordination der Beobachtungen der Fachlehrer zum schulischen Entwicklungsstand, die Durchführung von Begabungstests, die – ausgerichtet auf die sich erst entwickelnde Sprachkompetenz in der Fremdsprache Deutsch – eine Einschätzung des Begabungs-Potentials der Schüler ermöglichen.

Zu den Aufgabenfeldern „Spracherwerb DaF“, die von Fachlehrern DaF bzw. verschiedener Fächer unterrichtet und begleitet werden sollten, gehören:

1. die Einführung die Schreib- und Druckschrift (Grundkurs Schreiben ggfs. auf Grund-Niveau bei Herkunftssprachen, die nicht das lateinische Alphabet benutzen);

2. der Spracherwerb Deutsch als gesprochene Kommunikationssprache;

3. der Spracherwerb Deutsch mit Grundlagen zum Leseverständnis;

4. der Spracherwerb Deutsch in der Unterrichtssprache verschiedener Fächer (vorrangig z.B. Mathematik, Biologie, Landeskunde, Musik / Kunst / Sport) und unterschiedlicher Schulformen;

5. der Spracherwerb weiterer in den unterschiedlichen Schulformen zu lernender Fremdsprachen (z.B. Englisch, Französisch / Niederländisch / Latein)

Übergänge in Regelklassen: Der Übergang in eine Regelklasse sollte so zügig wie möglich erfolgen, denn dort kann der einzelne Schüler „seinen“ Spracherwerb und Bildungsabschluss anstreben. Dabei sind die Anforderungen, die Persönlichkeitsstruktur des Schülers sowie die Anforderungen der unterschiedlichen Schulsysteme zu beachten:

1. Für Schüler, die den Bildungsgang Realschule erfolgreich absolvieren können vgl. das Konzept der KKRS: Deutsch im Zweitsprachen-Erwerb.

2. Für die andern Schüler sind entsprechende Übergänge, bei denen sie sich im Rahmen ihres Potentials erfolgreich weiter entwickeln können, anzustreben (Die Zusammenarbeit von Lehrern verschiedener Schulformen im Unterricht der Seiteneinsteigerklasse weitet den Beratungsblick).

3. Insbesondere bei Schülern der Abschlussjahrgänge 9/10 sind berufsorientierende Übergänge stets im Blick zu halten (Erfahrungsbeispiel: Übergang aus der Jahrgangsstufe 9 in konkrete berufsvorbereitende Maßnahmen). Bei den Übergängen begleitet die Seiteneinsteigerklassenleitung den Prozess. Sie koordiniert die Bildungsweg-Prognose, die sich aus den Beobachtungen der Fachlehrer entwickeln lässt.